Verluste aus dem Verfall von Optionen

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Im März dieses Jahres veröffentlichte der Bundesfinanzhof drei Entscheidungen, welche die ertragssteuerliche Behandlung von Verlusten aus dem Verfall von Optionsrechten zum Gegenstand hatten. Auch die Finanzverwaltung akzeptiert nun das Urteil, dass Verluste aus dem Verfall von Optionen die Einkünfte aus Kapitalvermögen mindern.

 

 

Bisher konnten Privatanleger beim Verfall von Optionen die mit dem Erwerb zusammenhängenden Anschaffungskosten einkommensteuerrechtlich nicht geltend machen. So kam zu dem erlittenen wirtschaftlichen Verlust noch die steuerliche Nichtberücksichtigung dieses Verlustes und verärgerte viele Investoren.

 

Mit der diesjährigen Entscheidung des Bundesfinanzhofs ändert sich nun zumindest die steuerrechtliche Situation im Falle von Verlusten (12.01.2016 – Az. IX R 48/14, IX R 49/14 und IX R 50/14) und auch die Finanzverwaltung fügt sich nun diesem Urteil und lässt Verluste aus dem Verfall bei Kauf- und Verkaufsoptionen steuerlich gelten (Schreiben vom 16.06.2016). Hierdurch können Verluste beispielsweise mit anderen Erlösen aus Kapitalvermögen wie Dividenden- oder Zinserträgen verrechnet oder ins Folgejahr übernommen werden.

 

Diese Änderungen müssen bei den Depotbanken jedoch erst noch technisch umgesetzt werden und werden daher voraussichtlich erst ab dem 01.01.2017 im Rahmen des Kapitalertragsteuerabzugs, also bei der Abgeltungsteuer, berücksichtigt. Privatanleger, für die die Änderungen schon dieses Jahr von Vorteil wären, sollten sich informieren ob und ab wann ihr Kreditinstitut die neuen Regelungen umsetzt.

 

Sollten Anleger in den vorhergehenden Jahren, einschließlich diesem Kalenderjahr, von entsprechenden Verlusten betroffen gewesen sein, können sie diese in ihre Einkommensteuererklärung mit einbeziehen, indem sie die angefallenen Verluste anhand von Einzelabrechnungen selbst berechnen und in der Anlage KAP ausweisen. Bei bereits ergangenen Steuerbescheiden können Privatanleger im Rahmen der verfahrensrechtlichen Möglichkeiten Einsprüche einlegen oder Änderungsanträge stellen.

 

Die neuen steuerrechtlichen Regelungen betreffen bis dato nur die Käufer und nicht die Stillhalter von Optionen.

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