In vorherigen Lektionen war schon oft die Rede von Volatilität. Hier wurde immer die implizite Volatilität (oft wird auch einfach nur "IV" geschrieben) gemeint. Um es vorher aber nicht zu kompliziert zu machen, haben wir auf diesen Ausdruck bis jetzt verzichtet. Hier erfährst du mehr zu diesem wichtigen Thema.

  • Höhere Schwankung = größere Volatilität
  • Geringere Schwankung = niedrige Volatilität

Historische Volatilität

Bei der historischen Volatilität handel es sich um die Schwankungsbreite des Marktes oder eines Basiswertes in der Vergangenheit. Es ist relativ einfach diese Daten zu überprüfen, jedoch bringt uns ein Blick in die Vergangenheit noch nicht viel für unseren Optionshandel in der Gegenwart beziehungsweise in der Zukunft.

Die historische Volatilität ist eine Nummer und wird in Prozent angegeben. Wir können also sagen, wie volatil sich eine Aktie in der Vergangenheit entwickelt hat, oder anders ausgedrückt: Wir können sagen, wie groß die Schwankungen in der Vergangenheit waren.

Nehmen wir an eine Aktie weißt eine historische Volatilität von 15% auf. Das bedeutet, dass die Schwankung der Aktie pro Jahr bei ungefähr 15% nach oben oder unten lag.

Die implizite Volatilität

Bei der impliziten Volatilität handelt es sich um die erwartete Schwankungsbreite in der Zukunft. Implizite Volatilität und der Optionspreis hängen eng miteinander zusammen. Die IV kann vom aktuellen Optionspreis bei At-The-Money Optionen abgeleitet werden. Der Markt erwartet also zum Beispiel eine höhere Schwankungsbreite der Aktie in der Zukunft. Wenn wir die Aktie vom oberen Beispiel heranziehen, könnte die IV bei 30% liegen. Es liegen also Zeiten mit höheren Schwankungen vor uns.

In diesen Zeiten profitiert ganz klar ein Options-Verkäufer, da er im Vergleich zur Vergangenheit höhere Prämien einnehmen kann.

IVR Erklärung und Nutzen

Der IVR (Implizite-Volatilitäts-Rank) ist unsere wichtigste Kennzahl, wenn wir die Schwankungen am Markt für unseren Handel nutzen wollen. Die Prozent-Angabe der Volatilität kann uns einen ersten Eindruck von der Schwankung der Aktie vermitteln. Wir können aber noch nicht sagen, ob eine Aktie bei einer IV von 40% eine hohe Schwankung aufweist oder nicht, da nicht direkt mit der vergangenen Volatilität verglichen wird.

 

Hier kann der IVR Abhilfe schaffen. Angenommen die höchste IV einer Aktie wurde mit 60% angegeben und die niedrigste bei 10%. Der obere Wert stellt einen IVR von 100% dar und der untere Wert einen IVR von 0%. Nun können wir für die verschiedensten Aktien sagen ob die IV im Vergleich zu ihrer vergangen Volatilität eher hoch oder eher niedrig ist. Ein IVR von über 50% bedeutet, dass die IV gerade höher als ihre durchschnittliche Prozentangabe ist. Die Optionspreise sind somit gerade teurer und es lassen sich höhere Prämien einnehmen.

Zusammenfassung

In einfachen Worten könnte man sagen, die implizite Volatilität misst den Preis einer Option auf eine Aktie ohne den Optionspreis analysieren zu müssen. Für Optionsverkäufer ist es optimal  Puts oder Calls zu verkaufen wenn der IVR gerade hoch ist, da die Optionspreise teurer sind. Für Optionskäufer ist ein niedrigerer IVR besser, da die Optionspreise billiger sind.

Die  implizite Volatilität wird laut Statistiken in den meisten Fällen höher angenommen als die Volatilität eigentlich ist. Dies bedeutet, dass die Optionspreise in den meisten Fällen zu teuer angenommen werden, als sie eigentlich sein sollten. Dies gibt dem Verkäufer einer Option einen mathematischen Vorteil.

 

Fortschritt

Wahrscheinlichkeiten und Statistiken 20%
Gesamt 65%