In der Lektion über die verschiedenen Order-Arten hast du gelernt was eine Stop-Order und eine Limit-Order ist. Eine Stop-Order stellt im Falle eines Kurseinbruches oder auch eines rasanten Kursanstieges einer Aktie eine mögliche Absicherungsstrategie dar. Die Limit-Order stellt sicher, dass zum gewünschten Preis entweder verkauft oder gekauft wird.

Die Stop-Limit-Order

Die Stop-Limit-Order ist nun eine Mischung aus diesen beiden Order-Arten. Hier werden zwei Preise festgelegt: Der Stop-Preis und der Limit-Preis.

Solange der Stop-Preis nicht erreicht wird nimmt diese Order am Handel nicht teil. Beim Erreichen des Stop-Preises jedoch wird die Order aktiviert. Anschließend wird eine Limit-Order im Markt eröffnet. Dies gibt uns im Optionshandel einen nicht unentscheidenden Vorteil. Vor allem bei nackten Optionen (Verkauf von Puts und Calls ohne Absicherung) findet diese Order-Art eine sinnvolle Anwendung.

Stop-Limit-Kauf-Order

Bei einer Stop-Limit-Kauf-Order möchte man zum Beispiel eine Aktie kaufen, wenn sie wieder zu steigen beginnt, also ein Niveau überschreitet. Beim Stop-Preis wird die Order aktiviert und eine Kauf-Limit-Order im Markt eröffnet. Dies findet zum Beispiel beim Verkauf von Call-Optionen ihre Anwendung.

Beim Verkauf eines nackten Calls geht man davon aus, dass der Preis des Basiswertes entweder fällt oder annähernd gleich bleibt. Würde der Preis des Basiswertes über den Ausübungspreis des Calls steigen müsste man am Laufzeitende einen Verlust realisieren, oder vorher rollen. Um hier sicherer zu agieren, verwenden wir die Stop-Limit-Kauf-Order.

Beispiel:

Der Preis der Aktie befindet sich bei 55€. Es wird ein Call bei einem Ausübungspreis von 60€ verkauft. Den Stop legen wir auf 59,90€  und das Limit auf 60€. Anfangs gibt die Aktie leicht nach, aber dann beginnt sie sich gefährlich nahe dem Ausübungspreis zu nähern.

Bei Überschreitung der 59,90€ Marke wird die Limit-Order für 60€ im Markt eröffnet. Hiermit gehen wir sicher, dass die Aktien zu maximal 60€ gekauft werden. Anmerkung: Die Order muss sich auf 100 Aktien beziehen, da der Multiplikator einer Option bei 100 liegt.

Die 100 Aktien werden gekauft, somit wird aus dem nackten Call ein Covered Call und das Risiko ist begrenzt. Steigt der Kurs der Aktie bis zum Ende der Laufzeit über 60€ werden die Aktien einfach wieder verkauft. Der Gewinn setzt sich aus der Prämie des Calls und einem möglichen Kursgewinn (in diesem Beispiel gibt es keinen Kursgewinn) zusammen. Fällt der Kurs der Aktie jedoch wieder verliert der Call an Wert. Die Option verfällt wertlos, die gesamte Prämie kann behalten werden. Die Aktien werden behalten und es können weitere Calls darauf verkauft werden.

Stop-Limit-Verkaufs-Order

Bei einer Stop-Limit-Verkaufs-Order möchte man zum Beispiel eine Aktie verkaufen, wenn sie zu fallen beginnt, also ein Niveau unterschreitet. Beim Stop-Preis wird die Order aktiviert und eine Kauf-Limit-Order im Markt eröffnet.

Dies würde theoretisch als Absicherung für Put-Optionen funktionieren. Wir raten allerdings dem Neuling davon ab eine Stop-Limit-Verkaufs-Order bei nackten Put-Optionen zu verwenden. Das "schlimmste" Szenario, welches bei einer Ausübung von Put-Optionen zustande kommen könnte ist der Kauf von 100 Aktien, die momentan weniger Wert sind als der Kaufpreis. Hier ist das Risiko schon durch den Wert der Aktien begrenzt.

Würde man allerdings die Stop-Limit-Order verwenden, werden 100 Aktien leer verkauft. Bei Unterschreitung des Ausübungspreises der Put-Option werden die Unternehmensanteile später mit Gewinn wieder zurückgekauft.

Die Gefahr liegt darin, dass der Kurs der Aktie nach dem Leer-Verkauf wieder ansteigt. Der Kurs kann theoretisch unendlich ansteigen, somit ergibt sich hier wieder ein unbegrenztes Verlust-Potential.

Keine Garantie bei Gaps

Ein Gap tritt zum Beispiel bei der Veröffentlichung von Quartalszahlen eines Unternehmens auf. Hier ändert sich der Kurs einer Aktie sprunghaft um einen großen Prozentsatz. Der Stop-Preis wird zwar überschritten, aber die Limit-Order hat keine Chance seine Vorteile zu zeigen, da der Kurs schon weit darüber oder darunter eröffnet hat.

Wir raten nackte Calls nicht über den Zeitraum der Quartalszahlen-Veröffentlichung zu verkaufen. Bei Firmenübernahmen kann der Kurs zwar auch nach oben oder unten gapen, dies lässt sich aber nicht voraussehen.

Zusammenfassung

Die Stop-Limit-Kauf-Order bringt einen großen Nutzen beim Verkauf von Call-Optionen mit sich. Nackte Calls bringen ein unbegrenztes Verlust-Potential mit sich. Durch den Kauf von 100 Aktien entsteht ein "Covered Call" und das Risiko ist begrenzt.

Stop-Limit-Order ist theoretisch auch bei Verkauf von Put-Optionen möglich, jedoch mit höheren Risiken verbunden als die Put-Option alleine. Die Stop-Limit-Order hilft leider nicht bei Gaps wie sie zum Beispiel bei Veröffentlichung von Quartalszahlen oder Meldungen von Firmenübernahmen vorkommen.

 

Fortschritt

Positionen adjustieren 89%
Gesamt 57%